Die Tauberländer nehmen es wörtlich und laden Interessierte zur ersten von drei Baumpflanzaktionen ein.

Tauberbischofsheim; Tobias Hornung, zweiter Vorsitzender des Tauberländer Bio-Streuobstwiesenvereins, Vorsitzender der SDW Main-Tauber und Gründer des Waldkindergartens in Tauberbischofsheim ist seit vielen Jahren ein Vorreiter in Sachen Umwelt- und Naturschutz, und er wird nicht müde auf die dringend notwendigen Veränderungen hinzuweisen, auch wenn es sich für ihn oft anfühlt als würde er gegen Windmühlen kämpfen und ihn Trägheit, Bürokratie und Gleichgültigkeit wütend machen.

Die Aufzählung der von uns Menschen gemachten Zerstörungen, aber auch die Lösungsansätze sprudeln aus ihm nur so heraus:

„Erdüberlastungstag am 24. Juli 2025. Der Tag, an dem die menschliche Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen das Angebot und die Kapazität der Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen in diesem Jahr übersteigt. Die Klimaziele werden nicht erfüllt, das Pariser Abkommen nicht eingehalten. Artensterben mit einem z.B. in der Krefelder Studie gemessenen Rückgang der Individuen zwischen 73% und 80%. Rückgang der insektenfressenden Vogelarten, Amphibien und anderer Wirbeltiere als beunruhigender Fakt im Fokus der Wissenschaft. Böden verarmen, Humus geht zurück, Austrocknung, Erosion, Rückgang der Grundwasserspiegel oder Starkregenereignisse, die zum Abtragen der oberen Erdschichten führen, sind kaum mehr aufzuhalten.“

Anders aber als – Hand aufs Herz - die meisten von uns, wartet er nicht bis andere tätig werden, sondern packt die Veränderung an und geht mit gutem Beispiel voran. Hornung: „Wir müssen uns Aufbäumen! Jeder kann etwas tun, um unsere Mutter Erde wieder zu heilen!“

Ein Weg für ihn ist zum Beispiel das von ihm initiierte und geleitete Projekt „Archegarten“ des Tauberländer Bio-Streuobstwiesenvereins, der – dank der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg - in Wenkheim eine zwei Hektar große, landwirtschaftliche Fläche in eine Streuobstwiese umwandelt. Seltene Obstsorten wurden extra hierfür in den letzten drei Jahren veredelt und sollen den Genpool der alten regionalen Sorten erhalten. Insgesamt werden dort bis zum Jahr 2027 rund 170 Bäume gepflanzt und eine Blühmischung eingesät werden. Hornung erläutert hierzu: „Eine Fläche von einem Hektar mit über 100 Hochstamm-Obstbäumen speichert bis zu einer Million Liter Grundwasser, beheimatet bis zu 5.000 Arten, bildet Humus und speichert tonnenweise CO2! Die neue Fläche kommt gänzlich ohne Ackergifte aus und wird ein Trittstein für viele Arten!“

Wer im neuen Jahr die guten Vorsätze direkt in die Tat umsetzen möchte, ist darum herzlich eingeladen, bei der ersten Pflanzaktion im Archegarten mitzuhelfen:

Aufbäumen – Mitmach-Pflanzaktion des Tauberländer Bio-Streuobstwiesen e. V. für Klima-, Arten- und Naturschutz

  •      Freitag, 09. Januar 2026 von 14.00 – 17.00 Uhr
  •      Samstag, 10. Januar 2026 ab 9.00 Uhr
  •      Treffpunkt jeweils Neumühle, Wenkheim
  •      Mitbringen: Spaten / Schaufel, Arbeitskleidung, gute Laune!

Anmelden unter info@tauberlaender.de

Neben der gemeinsamen körperlichen Arbeit gibt es viel Wissen um alte Obstsorten, die Bedeutung der Streuobstwiesen, Anleitung zum richtigen Baumpflanzen, und vieles mehr.

Das Bild zeigt Tobias Hornung bei der Arbeit in einer der beiden Baumschulen mit selbst veredelten alten regionalen Sorten für das Projekt Archegarten.

Bildrechte: Tobias Hornung

Spendenkonto

Tauberländer Bio-Streuobstwiesen e.V.  Sparkasse Tauberfranken, 
DE46 67352565 000 2254035